Startseite   -  Impressum   -  Datenschutz
 

Die Stechpalme oder Stechhülse (Illex aquifolium)

Die Stechpalme oder Stechhülse:   (Ilex aquifolium)     

Eine bekannte englische Band hat nach ihr ihren Namen. Hollies. Hollywood steht auf einem ehemaligen Stechpalmenwald. Wie alle immergrünen Bäume war auch die Illex bei Germanen verehrt, und galt als Sinnbild ewigen Lebens, der Winterbaum. Es ist auch ein besonderer Baum.

Er ist Zweihäusig mit besonderen Blüten. Der Baum hat unvollständige, reduzierte Organe des anderen Geschlechts. So kann ein weiblicher Baum Früchte tragen ohne bestäubt worden zu sein. Die Beeren sind giftig. Sehr vermehrungsfreudig, Ruf als Waldunkraut. Einladung zum Ruhen, Geborgenheit.

Der Name der Stechpalme verbirgt eine keltische Tradition. Sie war Sinnbild für Tod und Wiedergeburt. Die Druiden verteilten Zweige mit Beeren an das Volk. Die roten Beeren symbolisieren das weibliche Lebensblut, die weisen Mistelbeeren standen für das männliche Prinzip für Samen und Tod. In angelsächsischen Ländern wurde an Weihnachten die Häuser mit Illexzweigen und Misteln geschmückt. ´Bestimmte Zeichen wurden über der Tür angebracht um Schutz vor bösen Überraschungen zu haben. Böse im Sinne von Gegen das LEBEN. Dieser heidnische Kult war der Kirche ein Dorn im Auge, konnten es aber nicht abschaffen. So wurde aus den Palmzweigen die Stechpalmenzweige.  Die Stechhülse wurde somit ein gesegneter Baum.

Praktische Verwendung: Sehr hartes gleichmäsiges nicht verkerntes Holz. Für Tischler und Drechslerarbeiten und v.a. für wertvolle Intarsienarbeiten.

Wirkung: Die Blätter enthalten Theobromin. Früher wurde daraus ein balsamisch, aromatischer Tee zubereitet. Die südamerikanischen Illexpflanzen sind die Grundlage von Matetee. Sie enthalten auch Koffein, Gerbstoffe und Harze und Theophyllin. Letzterer wird als Herzmittel und bei Bronchien und Asthma eingesetzt.          Illexblätter waren auch Bestandteil shamanischer Getränke in Südamerika.

Die giftigen Früchte wurden als Abführmittel genutzt und gegen Epilepsie eingesetzt.  Aus den Samen machte man in Südeuropa einen brauchbaren Kaffeeersatz.

Ich persönlich rate von solchen Experimenten ab, da unsere einstigen Vorfahren viel mehr von der Zubereitung verstanden und dies zum Alltag gehörte.