Startseite   -  Impressum   -  Datenschutz
 
Lindenallee im Rotenfelser Park

Die Linde (Thilia)

2 Hauptarten sollte man sich merken, die Winterlinde (T.Cordata) mit kleinen Blättern und die Sommerlinde (T.platiphyllos) mit großen Blättern. (Es gibt auch Bastarde). In Parks wird gern die Silberlinde (T.tomentosa) gepflanzt, wenn sie genügend Platz hat.  Für den bekannten Lindenblütentee nimmt man die Blüten der Winterlinde. Gelegentlich findet der Kenner auch die holländisch Linde (Tilia x europaea). Sie hat gelbe Achselhaare auf der Unterseite der Blätter und würde die Höhe und das Erscheinungsbild von anderen Linden übertreffen. Vermutlich handelt es sich hier um eine Paarung von Sommer- und Winterlinde, die in Holland zum erstenmal natürlich aufgetreten ist.  Das Holz wurde schon im 8. Jahrhundert durch Bonifatsius zum Lignum sacrum erklärt, weil daraus Heiligenstatuen geschnitzt wurden. So findet das Holz vor allem in der Bildhauerei und bei Drechslerarbeiten verwendung. Ich selbst besitze eine Gitarre aus Lindenholz. (Korpus und Decke) Auch bei Harven und Klaviertastaturen wird das Holz eingesetzt.                                                                                                             In meiner Region möchte ich die Marienlinde vor der Marienkirche in Bühl nennen, die sehenswert ist.                                                                                                               Sie ist eine hervorragende Bienenweide und wichtige Heilpflanze. (Winterlinde)  Die Lindenblüten sind schweißtreibend, schleimlösend, krampfstillend. Auch Lindenkohle wurde für Filter, Zeichenstifte und zur Herstellung von Schwarzwpulver verwendet. Einst wurde Lindenkohle bei Durchfall verabreicht.

Spirituelles

Sie ist ein Mondbaum, der Baum der Liebe. Sie ist Freya gewidmet der Göttin der Liebe und Ehe. (in mancher Literatur wird die Buche als Sitz genannt) Der Aufenthalt unter einer Linde wirkt entspannend und innerlich stärkend. Auch die musische Kreativität wird angeregt. Sie diente in der neueren germanischen Zeit als Gerichtslinde und Ort für Feste (Tanzlinde)       Die Linde ist ein sagenumwobener Baum, so wie auch das Tier, dass die Germanen in alten Linden zu sehen glaubten, den Drachen.

Der Drache galt als unsterbliches Tier. Enthauptete man ihn, so wuchsen 9 neue Köpfe heraus. Ob jetzt Naturgewalten oder Menschenhände der Linde zusetzten, sie schlägt immer wieder aus. Für die Germanen war sie eine Quelle der unerschöpflichen Lebenskraft. Und auch das Alter das sie erreichen kann ist gemessen an der Lebensspanne eines Menschen so hoch, dass auch sie als unsterblich galt.   Wenn man es schaffte einen Drachen zu töten und in seinem Blut badete wurde man unverwundbar. Dies kennen wir aus der Nibelungensage. So ist es auch kein Zufall, dass es ein rachsüchtiges Lindenblatt war, das sich auf Siegfrieds Rücken zwischen die Schulterblätter haftete, bevor dieser zu Bade ging. Trotz dieser schaurigen Geschichte gilt die Linde als Baum der Verliebten.

Sie ist ein sehr spät blühender Baum, so dass man den Monat July auch den Lindenmonat nannte. Der Duft der Blüten und das Gesumme der Bienen soll anregend auf die Verliebten gewirkt haben. Früher ging man von der Signaturenlehre der herzförmigen Blätter davon aus, dass es die gewünschte Wirkung in der Liebe auf den Geliebten hat.

Lebensbaum für 11.3. – 20.3 und 13.9. – 22.9

Wir kennen vielleicht den Begriff der Marienlinden. Sie wurden auf Geheiß von Bonifatius auf den ich bei den Eichen eingehe, an allen kelto- germanischen Kultplätzen gepflanzt. 

In deutschen Familien- und Ortsnamen hat sich die Linde wie kein anderer Baum beliebt gemacht.