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Die Fichte im Flasland bei Gernsbach-Reichental, eine der astigsten Bäume der Region
Fichtenzapfen können am Baum bis unten hin "hängen", im Vergleich zur Tanne.

Die Fichte (Picea abies) - Baum mit Musik

Das Brot der Forstwirtschaft wird die Picea Abies genannt. Allerdings ist dieser Flachwurzler relativ anfällig bei Stürme und Schneelast und gegen den Borkenkäfer, (Buchdrucker)

Der im Volksmund auch Rottanne genannte Baum unterscheidet sich von der Weistanne in der Regel durch sein gleichmäßiges, kegelförmiges Aussehen. Er wird ca. 50 m hoch und läuft spitz zu. Der naiv gemalte Tannenbaum ist eigentlich die Form einer Fichte.  Auch die Nadeln enden spitz und sind rundum grün. Die Nadeln der Weistanne haben auf der Unterseite 2 weise Streifen und sind an der Spitze noch einmal gekerbt.

Die Maitriebe sind wahre Vitamin C – Bomben, von Fichte und Tanne. Mir persönlich schmecken die Fichtentriebe am Besten. Sie sind von mildsäuerlichem Geschmack, die der Tanne sind harziger. Douglasie und Lärche habe ich auch schon probiert, doch die Triebe der Fichte bleiben Favorit. Aber Achtung wenn du auch probieren willst! Nicht zuviel, vielleicht anfangs 2-3 Triebe, denn sie können stark abführend wirken.  Kleingeschnitten im Salat ergibt das eine neue Geschmacksrichtung. Größere Mengen benötigt man aber bei der Herstellung von Fichtensirup. Das ist aber wiederum eine Hausfrauenwissenschaft für sich.

Die Zapfen hängen an der Fichte nach unten und fallen bei Reife als Ganzes ab. Da freuen sich die Eichhörnchen. Die Zapfen der Weistanne stehen auf den Vorjahrestrieben ganz oben und lösen sich dann auf. Die leeren Spindeln sind noch jahrelang zu sehen. Auf die Ulkfrage, „Wann findet man Tannenzapfen am Boden,“ antworten sie ruhig mit, „gar nicht“.

Nach dem sehr starken Holzeinschlag, der um 1800 wegen kahler Schwarzwaldhänge endete, begann der Siegeszug der Fichte. Sie ist schnellwüchsig und platzsparend. Schon nach rund 80 Jahren kann Stammholz geerntet werden, das vielseitige Verwendung in der Holzindustrie findet. Die höchste Stufe der Verwertung ist wohl das Klangholz. Erfahrene Holzkäufer begutachten die Bäume vor dem Einschlag. Der Stamm darf keine verwachsenen Äste aufweisen, er muss gerade und selbstverständlich gesund sein. Die Fichte neigt gern zur Rotfäule und höhlt dann aus.  Es gibt einige Klangholzkäufer, die Wert auf das Fälldatum legen. Dabei richten sie sich wieder nach dem Mondkalender. Nach alten Überlieferungen war dies in Österreich bis Anfang 20. Jahrhundert hinein die Praxis. Ein Gitarrenbauer aus Brasilien z.B. bezieht sein Fichtenholz aus dem hohen Schwarzwald, weil die Bäume hier langsamer wachsen und beste Verarbeitungs- und Klangeigenschaften aufweisen. Hierzu sei auch erwähnt, dass die Schallgeschwindigkeit im Holz parallel zur Faser 3400 – 5200m/s beträgt. Als Vergleichswert seien 333m/s für die Luft genannt.    

Über 10000 Orgelpfeifen sind in Deutschland aus Holz, und 4000 – 5000 Violinen werden jährlich in unseren Werkstätten hergestellt. Die gängigsten Akkustikgitarren haben eine Fichtendecke.

Eine der imposantesten Fichten des Schwarzwaldes steht im Flasland bei Gernsbach-Reichental.

Der spirituelle Teil: Die Fichte ist ein treffender Vertreter der Sonnenbäume und wurde zu meinem Lieblingsbaum. Auch in der Mythologie hat sie ihren festen Platz. Das Aufstellen galt als Vereinigung himmlischer und irdischer Lebenskräfte.   Der Maibaum war ursprünglich ein Symbol für die sexuelle Vereinigung. Der Stamm (Penis) durchstösst den Kranz (Vulva). Die Meisten werden wohl nicht wissen, was sie da eigentlich aufstellen. (aus Mythos Baum von Doris Laudert)

Das die Fichte auch bestimmte Wirkungen besitzt, kennen wir vom Fichtennadelschaumbad. Es wirkt über den Kreislauf belebend.  Hat aber nicht schon allein der Aufenthalt in einem Fichtenwald eine Wirkung auf uns? – Mit Sicherheit, denn wenn wir durch einen Wald gehen, durchstreifen wir die Ätherkörper der Bäume. Das reinigt unsere eigene Aura und verbessert den Stoffwechsel. Auch die Informationen die über den weichen Boden über die Fußsohlen das Gehirn erreichen, sind beruhigend.

Es hat Jahre gedauert, bis ich entdeckte, dass die Fichte mich von Rückenschmerzen befreit. Ich musste es aber erst in einem Buch lesen, bis ich glaubte, was ich schon wahr genommen hatte. Da wurde mir das bisher Erlebte bewusst und von dort an begann ich die Bäume aus anderer Sicht zu studieren. (Manfred Himmel, Bäume helfen heilen).

Die Fichte gehört zu den Sonnenbäumen. Sie wirkt belebend auf lust- und antriebslose Menschen. Allerdings enthält die Fichte auch Allergene, die über die Pollen, weniger über das Holz, zum Tragen kommen.                                          

Fichten- und Tannenharz hat man in vergangenen Zeiten als Räucherung zur Reinigung von Wohnungen und Ställen benutzt. Fichtenwälder reinigen die Aura

Sind Fichtenwälder wirklich so monoton, ohne Leben?                               Mathematiker haben folgendes errechnet: Legt man die Blätter eines 1ha großen Eichenwaldes neben einander, so könnte man damit 12 Fussballfelder (ca.6 ha) bedecken. Würde man das Gleiche mit Fichtennadeln machen, so könnte ein Fläche von über 30 Fussballfelder bedeckt werden. Wir sehen also, dass ein Fichtenwald eine erheblich größere Blattfläche besitzt und auch im Winter noch Fotosynthese bis zum Gefrierpunkt betreibt. Lediglich die Wasserverdunstung ist erheblich eingeschränkt.

Als neue Erfahrung möchte ich dem Waldspaziergänger die Empfehlung aussprechen: Setzen sich rund 20 Minuten still in einen Fichtenwald und lassen die Gedanken kommen und gehen. Nichts zu denken, ist sehr schwierig, kann für einige Momente gelingen, wenn man sich auf die Geräusche des Waldes konzentriert. Sie werden erholt und mit neuer Schaffenskraft nach Hause gehen.